Checkliste: Wie bereite ich die Anschaffung eines Laserbeschriftungsgeräts vor?

Die Anschaffung eines Markierlasers ist für jedes Unternehmen eine größere Investition. Welcher Laser geeignet ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Damit man bei der Vielzahl der Anbieter einen Überblick behält und die richtige Entscheidung trifft, hilft es, sich vorzubereiten und verschiedene Aspekte zu bedenken. Dabei helfen die folgenden Fragen:

Was soll mit dem Laser beschriftet werden?

Die erste entscheidende Information ist, welches Material bzw. Werkstoff gekennzeichnet werden soll (Metall, Kunststoff, Glas,…) und wie die Oberfläche des Produkts beschaffen ist (matt, poliert,…). Denn nicht jeder Laser kennzeichnet oder graviert jedes Material. Weitergehend ist interessant, welcher Markiereffekt/welche Art der Markierung gewünscht ist: helle oder dunkle Markierung, Farb-/Materialabtrag, Gravur, Farbumschlag/Aufschäumen, Anlassbeschriftung, Karbonisieren.

Farbige Laserbeschriftung auf rostfreiem, gebürstetem Edelstahl (Anlassbeschriftung).
Abstufungen von Weiß-, Grau- und Schwarzmarkierungen auf eloxiertem Aluminium.
Das Tag-Nacht-Design für Anwendungen im Automobil- und Flugzeugbau wird durch Lackabtrag erzielt.
Silikonelastomere werden mit UV-Lasern schonend und kontrastreich gekennzeichnet.
Mit Faserlaser markierter Code auf PEEK (Polyetheretherketon).
Mit Faserlaser markierter UDI-Code.

Wo soll beschriftet werden: an einem Einzelarbeitsplatz oder integriert in eine Produktionslinie/Anlage?

Laserbeschriftung kann an einem Einzelarbeitsplatz in Laserschutzklasse 1, auch Laserbeschriftungsgerät für den Stand-alone Betrieb genannt, stattfinden. Außerdem gibt es Beschriftungslaser (Laserschutzklasse 4), die in Fertigungslinien oder Anlagen integriert werden.

Markierlaser der Y-Serie zur Integration.
Laserbeschriftungsgerät FOBA M2000-P (M-Serie).

Die Laser, die in den Einzelarbeitsplätzen der M-Serie verbaut sind, lassen sich auch in jede Fertigungslinie integrieren. Diese Laser zur Integration bieten dasselbe Zubehör wie die umhausten Systeme der M-Serie und bringen alle Voraussetzungen für eine unkomplizierte, einfache Integration mit. Ein in einer Linie montierter Laser mit integriertem Kamerasystem kann also genauso sekundenschnell ein Bauteil und dessen Lage identifizieren, die Markierung entsprechend ausrichten und den Markierinhalt und dessen Qualität direkt im Anschluss an die Markierung auslesen.

Werden zusätzliche Prozesse (ergänzend zur Markierung) benötigt? Wird ein laser-integriertes Vision-System benötigt?

Intelligente Lasertechnologie bietet nicht nur die Möglichkeit zur Kennzeichnung, sondern ermöglicht mit integriertem Vision-System zusätzliche Prozesse und Features wie den HELP-Prozess (Holistic Enhanced Laser Process), die für Effizienz und Qualität sorgen, zum Beispiel: automatische Markierausrichtung, Qualitätssicherung und -kontrolle, Rücklesen von Codes, OCV, Rückverfolgbarkeit, Markierprüfungen hinsichtlich Markierqualität und Positionierung, Markieren ohne Aufnahme (MOSAIC),…

Laser-integrierte Vision-Systeme haben deutliche Vorteile gegenüber externen/nicht laser-integrierten Vision-Systemen: nicht nur vor der Markierung (zum Beispiel durch die automatische Markierausrichtung, Inspektion der Bauteile, MOSAIC etc.), sondern auch durch Zeitersparnis nach der Markierung, da kein zusätzliches Handling außerhalb des Lasers für weiterführende Prozesse wie Kontrollen, Rücklesung oder Validierung anfällt. Sofern solche Prozesse, hohe Qualität und Sicherheit relevant sind, ist es empfehlenswert, ein Lasersystem mit integriertem Vision-System in Betracht zu ziehen.

Wie bekomme ich mehr Informationen zu Laserbeschriftungsgeräten?

Sind die Grundfragen geklärt, lohnt es sich, sich einen Überblick über die in Frage kommenden Technologien zu verschaffen sowie Anwendungsbeispiele und Case Studies zu lesen. Essentiell ist es, sich die Lasersysteme im Rahmen eines Beratungsgesprächs vorstellen zu lassen. Im Gespräch mit Laserexperten lassen sich der Bedarf, die Anforderungen und Lösungen passgenau definieren, denn einen Laser kauft man nicht „von der Stange“. Eine ausführliche Beratung vor und eine engmaschige Betreuung nach dem Kauf sollten Basis einer solchen Anschaffung sein. Im Rahmen einer guten Beratung können Sie sich außerdem Ihren individuellen RoI (Return on Investment) berechnen lassen.

Brauche ich eine Musterbeschriftung? Wie kann ich eine Musterbeschriftung anfertigen lassen?

Ebenso wie eine ausführliche Beratung ist auch eine Musterbeschriftung ein zentrales und unverzichtbares Element des Anschaffungsprozesses. Lassen Sie in jedem Fall eine Musterbeschriftung beim Hersteller Ihrer Wahl anfertigen! Damit der Laserhersteller Ihre Vorstellungen möglichst passgenau umsetzen kann, sind genaue Vorgaben hilfreich. In der Regel sind das Informationen zu: Material, Markierinhalt und -größe, Markierzeit, Beständigkeit, Produktlebenszyklus, etc.

Was passiert nach der Anfertigung der Musterbeschriftung?

Die angefertigten Muster sollten geprüft werden, zum Beispiel auf Qualität und Kontrast der Markierung, auf Lesbarkeit, Rückverfolgbarkeit, etc., um festzustellen, ob alle Anforderungen erfüllt sind. Anschließend wird eine Rückmeldung an den Hersteller gegeben und – wenn nötig – eine erneute Musterbeschriftung mit anderen Parametern veranlasst.

Wie bekomme ich einen Eindruck, ob das Lasersystem bedienerfreundlich ist?

Die Bedienbarkeit der anvisierten Maschine inklusive aller relevanten Funktionen sollte in einem Applikationslabor oder Showroom getestet werden. Es ist wichtig, möglichst viele Eindrücke als Bediener zu gewinnen, denn auch in der Handhabung gibt es viele Unterschiede. Die Bedienerfreundlichkeit kann ein kaufentscheidendes Kriterium sein.

Welche spezifischen Anforderungen gibt es und ist der Hersteller in der Lage diese umsetzen?

Für eine unkomplizierte Integration und Installation sowie einen reibungslosen Betrieb ist es wichtig, dass der Hersteller flexible Systeme hat, die zum Beispiel – je nach Bedarf – an ERP-Systeme oder Datenbanken angebunden werden können und individuelle Anpassungsmöglichkeiten der Software ermöglichen.

Erfragen Sie beim Hersteller ggf. die Möglichkeiten der Prozessvalidierung und Qualifizierung des Lasersystems (z.B. IQ, OQ, PQ, MQ) – einige Hersteller bieten diese im Rahmen von Services an.

Denken Sie im Vorwege auch an Schulungen für Administratoren und Bediener und überlegen Sie, inwiefern weitere Services, wie zum Beispiel Remote Service, für Sie relevant sind, um Ausfallzeiten zu minimieren: Informieren Sie sich deshalb über die Verfügbarkeit und die Inhalte von Servicepaketen.

Angebote vergleichen und Entscheidung treffen

Zu guter Letzt gilt es, sich für ein Angebot zu entscheiden.

In unserem Download-Bereich können Sie die Checkliste zur Anschaffung eines Lasersystems als PDF herunterladen!

Weitere Informationen

Verfahren zur Laserbeschriftung
Anwendungsbeispiele und Case Studies zur Laserkennzeichnung
Beschriftungslaser zur Integration
Laserbeschriftungsgeräte (M-Serie)

Brauchen Sie mehr Informationen? Kontaktieren Sie uns!