Ist Laserbeschriftung die beste Wahl für die Produktkennzeichnung?

Wahrscheinlich gehen Sie davon aus, dass es aus meiner Sicht nur eine mögliche Antwort auf diese Frage gibt. Aber meine Antwort ist: Es kommt darauf an!

Welche Vorteile bietet Laserbeschriftung?

Laserbeschriftung bietet viele Vorteile. Um nur drei von diesen zu nennen:

  • Produkte können mit nahezu allen Inhalten (z.B. Texte, 1D/2D Codes, Symbole) präzise, dauerhaft, fälschungssicher und zuverlässig rückverfolgbar gekennzeichnet werden,
  • verschiedene Markierinhalte können unkompliziert variiert werden und
  • viele tausend Markierungen können gemacht werden, ohne sich um Verschleißteile oder Verbrauchsmaterialien zu kümmern.

Es gibt auch Anwendungen, für die sich ausschließlich das Verfahren der Laserkennzeichnung eignet, wie zum Beispiel der hochanspruchsvolle Lackabtrag auf hinterleuchteten Bedienelementen in Autos (Tag-Nacht-Design). Genau, ich meine die Schalter, die jeder von uns in seinem Auto hat und die so schön rot, blau, weiß oder in anderen Farben leuchten, wenn es dunkel ist.

Gibt es Anwendungen, für die Laserbeschriftung nicht geeignet ist?

Sie erinnern sich bestimmt, dass meine Antwort auf die Frage, ob Laserbeschriftung die beste Wahl für die Produktkennzeichnung sei, war: Es kommt darauf an! Es gibt nämlich Anwendungsfälle, in denen Lasermarkierung nicht die beste Lösung ist. Diese Fälle kann man in drei Kategorien einteilen:

  • #1: Das Verfahren der Laserbeschriftung erfüllt in technischer Hinsicht nicht Ihre Erwartungen.
  • #2: Das Verfahren der Kennzeichnung mit Laser erfüllt aus technischer Sicht Ihre Erwartungen, entspricht aber nicht den Produktionsanforderungen.
  • #3: Das Verfahren der Laserbeschriftung entspricht Ihren Markier- und Produktionsanforderungen, aber es rentiert sich langfristig nicht.

Lassen Sie mich ein Beispiel für jede Kategorie geben:

  • Zu #1: Ihre Kollegen aus dem Marketing bitten Sie eine Lösung zu finden, das Firmenlogo in einer bestimmten Farbe, zum Beispiel in Rot, auf geformte Kunststoffteile aufzubringen. Streichen Sie in diesem Fall Lasermarkierung als mögliches Verfahren sofort von Ihrer Liste und denken eher an Tampondruck- oder Heißprägeverfahren.
  • Zu #2: Ihre Logistikkollegen wollen viele Inhalte großflächig auf Kartons aufbringen, die auf einem Transportband durch den Verpackungsbereich laufen. Das Problem ist hier nicht das Material: Kartons können in den meisten Anwendungsfällen mit dem entsprechenden Inhalt und mit ausreichendem Kontrast markiert werden. Aber was es schwierig macht, ist, dass Laserkennzeichnung nicht geeignet ist, um sehr großformatige Inhalte aufzubringen. Ein Laserstrahl hat eine sehr kleine Spotgröße. Es würde deshalb Ihre Geduld ziemlich auf die Probe stellen, sehr großformatige Zeichen mit einem Laser aufzubringen. Raten Sie Ihren Logistikkollegen lieber zu Großschriftdruckern oder Etikettiermaschinen.
  • Zu #3: Ein Kollege muss Metallteile dauerhaft kennzeichnen, allerdings handelt es sich nur um ein paar wenige Teile pro Tag. Gekennzeichnet werden soll eine einfache Seriennummer in Klarschrift. Der Laser ist in diesem Fall bestens geeignet, um eine dauerhafte, gut lesbare Kennzeichnung aufzubringen. Aber aufgrund der geringen Menge an Teilen, die gekennzeichnet werden muss, wird der Laser in Hinblick auf den ROI in diesem Fall vermutlich nicht ganz oben auf der Liste stehen. Hier könnten sich Nadelmarkier- oder Ritzsysteme eignen.

Welches Verfahren eignet sich am besten für die zuverlässige Produktkennzeichnung?

Wie Sie gesehen haben, gibt es gute Gründe für die Vielfalt an Kennzeichnungstechnologien auf dem Markt. Deshalb lässt sich diese Frage nicht allgemeingültig beantworten.

Das Entscheidende ist:

  • Laserkennzeichnung ist ein wichtiges und zuverlässiges Markierverfahren.
  • Dennoch ist es nicht immer die Patentlösung für jede Anwendung, wie wir oben gesehen haben.
  • Lassen Sie sich von einem Experten beraten, ob das Verfahren der Lasermarkierung in Ihrem speziellen Anwendungsfall aus technischer und wirtschaftlicher Sicht Sinn macht.