Vom Tampondruck zur Laserbeschriftung: Warum der Trend zum Laser geht
Im Bereich der industriellen Produktkennzeichnung haben sich verschiedene Markier- und Druckverfahren etabliert. Ob Tampondruck, CIJ (Continuous Inkjet) oder Etikettierung: Jedes Verfahren hat seine eigenen Stärken. Zunehmend bevorzugen viele Hersteller jedoch die Lasertechnologie, da sie deutliche Vorteile bietet und Unternehmen sogar trotz höherer Anschaffungskosten von mehr Wirtschaftlichkeit profitieren.
Tampondruck oder Laserbeschriftung?
Die Entscheidung, ob Tampondruck oder Lasermarkierung das richtige Kennzeichnungsverfahren ist, ist von den spezifischen Anforderungen des Anwendungsfalls abhängig. Ist zum Beispiel ein Druck in mehreren Farben oder mit Schattierungen auf Kunststoff gefordert, wird in der Regel der Tampondruck verwendet.
Vor dem Hintergrund der Vorschriften rund um zuverlässige Rückverfolgbarkeit und den stetig steigenden Forderungen nach mehr Wirtschaftlichkeit sind bei industriellen Anwendungen allerdings häufig andere Kriterien entscheidend. Dazu gehören zum Beispiel: einwandfreie Lesbarkeit, Langlebigkeit, Resistenz gegen äußere Einflüsse und eine möglichst ausschussfreie, effiziente Fertigung. Stehen diese Aspekte bei der Entscheidung an erster Stelle, ist die Lasertechnologie in vielen Fällen die optimale Lösung.
Hintergrund: Warum geht der Trend zur Laserbeschriftung?
Lasermarkierung ist ein sehr zuverlässiges Verfahren für die industrielle Produktkennzeichnung, das sich stetig weiterentwickelt. Durch die hohe Innovationskraft erschließen sich immer neue Anwendungsbereiche und Möglichkeiten, Prozesse durch den Einsatz von Lasertechnologie zu optimieren. Für Unternehmen, die ihre Produkte kennzeichnen, empfiehlt es sich daher, einen Wechsel in Betracht zu ziehen und zu prüfen, welches Verfahren langfristig die größeren Vorteile bietet.
Folgende Gründe tragen entscheidend dazu bei, dass Lasermarkierung mehr und mehr Verfahren wie den Tampondruck ersetzt:
- Neue Anwendungsbereiche und Prozessoptimierung
- Flexibilität
- Qualität
- Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit
Neue Anwendungsbereiche und Prozessoptimierung
Ein Grund für den steigenden Einsatz des Lasers in der Elektronik- und Automobilindustrie ist, dass durch neueste Entwicklungen solche Materialien zuverlässig und dauerhaft lasermarkiert werden, die bislang gar nicht, nur schwer oder nur mit Zusatz von Additiven laserbeschriftet werden konnten. Dazu zählen unter anderem verschiedene Kunststoffe, die zum Beispiel für Elektronikbauteile verwendet werden, wie Polyamid und ähnliche Werkstoffe.
Darüber hinaus werden Beschriftungslaser immer kompakter, bis hin zum kleinsten Lasermarkierkopf der Welt. Das macht es immer einfacher, Markierlaser auch in Produktionsumgebungen zu integrieren, in denen nur begrenzt Platz zur Verfügung steht.
Auch Innovationen im Bereich der bildgebenden Verfahren spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Lasermarkierung. Vor allem, wenn das Kamerasystem direkt in den Lasermarkierkopf integriert ist, wie das Vision-System IMP (Intelligente Markierpositionierung), profitieren Anwender von schlanken, effizienten Prozessen sowie von optimaler Markierqualität, zuverlässiger Positionierung und einfacher Qualitätskontrolle.
Flexibilität
Mit hohem Tempo entwickeln und verändern sich in nahezu allen Industriezweigen die Produktionsbedingungen. Sei es aufgrund von neuen Vorschriften und Normen, die berücksichtigt werden müssen oder aufgrund interner Vorgaben, zum Beispiel im Rahmen von Prozessoptimierungen oder zur Qualitätssicherung. Daher sind Verfahren von Vorteil, die unkompliziert, kostengünstig und schnell an neue Voraussetzungen angepasst werden können.
Müssen beispielsweise Markierinhalte geändert werden, ist es beim Tampondruck notwendig, mit hohem Aufwand das komplette Klischee zu überarbeiten bzw. neu anzufertigen und auszutauschen. Hier ist das Verfahren der Laserbeschriftung entscheidend im Vorteil: Die Anpassung der digitalen Daten ist zeit- und ressourcenschonend und bietet nahezu unbegrenzte Flexibilität. Auch vor dem Hintergrund, dass Bedienungsanleitungen mehr und mehr ausschließlich digital über Codes zur Verfügung gestellt werden, punktet die Laserbeschriftung mit ihrer Flexibilität.
Qualität
Lasermarkierungen sind extrem resistent, dauerhaft haltbar, abrieb- und kratzfest. Das Verfahren der Laserbeschriftung ermöglicht zuverlässig wiederholbare Markierergebnisse. Auch kleinste Inhalte und feine Linien werden mit dem Laser gestochen scharf, zuverlässig lesbar und in höchster Präzision aufgebracht, so dass lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleistet ist.
Ein laser-integriertes Kamerasystem unterstützt die hoch-präzise Ausrichtung und überprüft automatisch sowohl Inhalte als auch Markierqualität. So entfallen aufwändige Nachkontrollen, die bei anderen Verfahren, wie dem Tampondruck, aufgrund von Haftungsproblemen die Regel sind, und Ausschuss wird drastisch reduziert.
Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit
Vor allem bei langfristiger Betrachtung rechnet sich die Anschaffung eines Markierlasers in Bezug auf die TCO (total cost of ownership) in vielen Fällen. Zum einen werden keine Verbrauchsmaterialien benötigt, wodurch Drucknebenkosten und Abfälle entfallen und die Umwelt geschont wird. Zum anderen sind Laserbeschrifter wartungsarm, extrem langlebig und lassen sich benutzerfreundlich und ressourcenschonend bedienen. Die Integration von Lasern in bestehende Produktionslinien und die Anbindung an Produktionsleitsysteme ist durch vorhandene Schnittstellen problemlos. Im Sinne der Anforderungen an zukunftsfähige Fertigung werden Automatisierung und Digitalisierung unterstützt und sowohl dem Umwelt- als auch dem Gesundheitsschutz wird mit Lasertechnologie Rechnung getragen.
Auswahlkriterien: Welches Verfahren ist für meine Anwendung geeignet?
Bei der Auswahl des optimalen Verfahrens sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem:
- Welche Anforderungen stellen Sie an die Markierung?
Zum Beispiel: Inhalte, Schriftart, Aussehen, Kontrast, Haltbarkeit, Lesbarkeit - Bearbeitungs-/Zykluszeit
- Umwelt- und Sicherheitsaspekte
- Zukunftsperspektive: Welche zukünftigen Anforderungen sind bei der Wahl zu berücksichtigen?
- Welchen Mehrwert bieten die Markierverfahren, zum Beispiel hinsichtlich Prozesseffizienz und Qualitätssicherung?
- Vergleichende Kostenkalkulation / TCO / RoI
- Ressourcen- und Zeitaufwand für Wartung und Austausch von Verbrauchsmitteln
Neben diesen Überlegungen ist es empfehlenswert, sich von Experten zu den verschiedenen Verfahren beraten zu lassen, die entsprechenden Maschinen live zu erleben und Markiertests anfertigen zu lassen, um auch praktische Erfahrungswerte in den Entscheidungsprozess einfließen zu lassen.
Fazit
Wenn Sie Ihre Produkte kennzeichnen, lohnt es sich, bestehende Verfahren genau unter die Lupe zu nehmen und unterschiedliche Verfahren miteinander zu vergleichen. Das gilt besonders, wenn Prozesse noch nie oder seit langer Zeit nicht auf den Prüfstand gestellt wurden, da neue Entwicklungen im Bereich der Lasertechnologie Potential für optimierte Prozesse und mehr Wirtschaftlichkeit bieten.
Markierlaser unterstützen eine wettbewerbsfähige, nachhaltige Produktion und bieten entscheidende Vorteile, denn mit Lasern:
- ...steigern Sie Ihre Produktivität
- ...reduzieren Sie Ausschuss und Aufwand
- ...bleiben Sie flexibel
- ...tun Sie Gutes in Bezug auf Gesundheit- und Umweltschutz
Weitere Informationen zu diesen Vorteilen erhalten Sie hier: "Auf einen Blick: 4 Gründe für die Lasermarkierung".
FAQ: Tampondruck oder Lasermarkierung?
Die Frage lässt sich nicht in wenigen Sätzen vollständig beantworten, da sich beide Verfahren in vielen Aspekten unterscheiden. Einer der entscheidenden Unterschiede liegt in der Art der Kennzeichnung: Beim Tampondruck wird Farbe auf die Produktoberfläche aufgebracht, während die Laserbeschriftung eine dauerhafte Markierung direkt im Material erzeugt. Dadurch ergeben sich Unterschiede in der Beständigkeit der Kennzeichnung und ihrer langfristigen Lesbarkeit.
Ein Technologiewechsel lohnt sich insbesondere dann, wenn dauerhafte Kennzeichnungen, variable Inhalte, Rückverfolgbarkeit oder eine hohe Prozesssicherheit gefordert sind. Während beim Tampondruck für Änderungen des Druckbildes häufig neue Klischees benötigt werden, lassen sich Markierinhalte bei der Laserbeschriftung flexibel und ohne zusätzliche Verbrauchsmaterialien anpassen. Langfristig können dadurch Prozesse vereinfacht und Betriebskosten reduziert werden.
Tampondruck ist zum Beispiel gut geeignet, wenn mehrfarbige Markierungen oder spezielle Farben erforderlich sind. Das gilt auch für sehr geringe Stückzahlen, bei denen die Markierinhalte gleich bleiben. Die Entscheidung hängt immer von den konkreten Anforderungen an Kennzeichnung, Material und Produktionsprozess ab. Welche Technologie besser geeignet ist, hängt letztlich von den Anforderungen an Beständigkeit, Markierinhalt, Material, Produktionsvolumen und Wirtschaftlichkeit ab. Jede Anwendung sollte individuell bewertet werden.
In vielen Fällen ja. Ob eine Laserbeschriftung möglich ist, hängt von Werkstoff, Oberfläche und den Anforderungen an Kontrast, Lesbarkeit und Beständigkeit ab. Lasermarkierung ist grundsätzlich für eine Vielzahl an Materialien geeignet, von Metallen über Kunststoffe bis hin zu Glas. Das breite Spektrum der verfügbaren Laserquellen ermöglicht sogar die zuverlässige Kennzeichnung anspruchsvoller Kunststoffe, darunter transparente, flammgeschützte und flammenhemmende Varianten. Eine Bewertung erfolgt üblicherweise anhand von Markiertests auf Originalbauteilen.
Eine Laserbeschriftung ist eine dauerhafte Markierung. Die Kennzeichnung mit dem Laser entsteht direkt im Material. Es wird keine zusätzliche Farbschicht aufgetragen. Dadurch ist eine Laserbeschriftung in der Regel dauerhafter als Tampondruck. Mit den passenden Parametereinstellungen sind Lasermarkierungen beständig gegenüber äußeren Einflüssen (z.B. UV-Strahlung, Temperaturschwankungen oder Reinigungsverfahren), abrieb- und kratzfest.
Der beste Einstieg ist eine Bewertung des Bauteils gemeinsam mit Laserexperten. Dabei werden Material, Oberfläche, Kennzeichnungsanforderungen und Produktionsbedingungen analysiert. Anschließend zeigen Markiertests auf Originalteilen, welche Farbe, welcher Kontrast und Beständigkeit mit welchen Laserparametern erreichbar sind.
Ja. Die Kennzeichnungsinhalte können automatisch und ohne mechanische Umrüstung von Bauteil zu Bauteil geändert werden. Dadurch eignet sich die Lasertechnologie besonders für Seriennummern, DataMatrix-Codes, QR-Codes oder Chargeninformationen.
Ja. UV- und Grünlaser ermöglichen kontrastreiche Markierungen selbst auf roten, orangenen oder stark pigmentierten Kunststoffen.
Die wichtigsten Vorteile sind:
- Keine Verbrauchsmaterialien wie Tinte oder Lösungsmittel
- Keine Klischees erforderlich
- Dauerhafte und abriebfeste Markierungen
- Flexible Anpassung von Markierinhalten
- Höhere Prozesssicherheit
- Weniger Ausschuss
- Geringerer Wartungsaufwand